Ein Job in der Beraterbranche: Selbstmord auf Raten?

Unternehmensberatungen, vor allem die großen Player wie KPMG, PWC und Deloitte, sind neben fantastischen Verdienstmöglichkeiten, die sie ihren Mitarbeitern bieten, vor allem für eines bekannt: Die Einforderung uneingeschränkten Gehorsams gegenüber der Firma. Will man bei einer der großen Firmen erfolgreich sein, sollte man sein Privatleben erst einmal vergessen. So zumindest die Meinung vieler Außenstehender über Beraterfirmen. Doch was ist dran an dieser Meinung? Wir haben uns das ganze einmal angeschaut.

So berichten viele Ex-Berater von inhumanen Arbeitszeiten. 14 Stunden Tage sind da noch kurz. Die Folge sind oftmals Krankheiten und hoher Stress im Arbeitsalltag. Diese Fakten scheinen aber bei weitem nicht auf alle Berater gleichermaßen zuzutreffen. So zeigte eine neue Studie aus den USA, dass viele Berater ihren Status als Workaholic nur vortäuschen. Dies tun sie, um ihrem Image als knallharter Berater gerecht zu werden. Sie kommen damit den Vorstellungen nach, die Außenstehende über die Branche haben. So entsteht durch ein verzerrtes Bild der Realität eine neue Realität.

Dies hängt dabei auch mit den Mechanismen zusammen, die in viele Beraterfirmen am Werk sind. So machen die, die ihr gesamtes Leben der Firma opfern, oft am meisten Karriere. Die, die weniger arbeiten und sich dabei von ihrem Vorgesetzten erwischen lassen, werden mit Sanktionen abgestraft. Viele Mitarbeiter gehen daher nun einen alternativen Weg. Sie wollen keinen Restriktionen unterliegen und simulieren daher einen geschäftigen Arbeitstag. So suchen sie sich oft Kunden in der Nähe, um kürzere Dienstwege zu haben. Dadurch konnten sie früher bei der Familie sein und arbeiteten weniger als ihre Kollegen. Sie erhielten aber das gleiche Gehalt, weil sie ihrem Chef erfolgreich vormachen konnten, dass sie genau so viel arbeiteten wie ihre schwer schuftenden Kollegen. Einige junge Eltern versprachen sich sogar, sich gegenseitig in diesem Verhalten zu decken. Ob es die Beraterfirmen dabei wollten oder nicht: Sie mussten anerkennen, dass sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen wurden.