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Krisenmanagement in Spielgeschäften

So wie in allen Unternehmen Krisen entstehen können, die mit einem effizienten Management behoben werden können, so kann dies auch in Casinos oder generell Spielstätten der Fall sein. Im Folgenden gehen wir daher näher auf die Faktoren und Gesichtspunkte ein, die für ein Krisenmanagement in Casinos notwendig sind. Dabei muss zuvor angemerkt werden, dass in den Ausführungen zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden wird. Zum einen werden Krisen behandelt, die einen Ablauf des Geschäftsbetriebes stören, etwa Überfälle oder Brände. Zum anderen sollen Krisen betrachtet werden, die mit dem Image von Spielstätten in Verbindung stehen. Später wird darüber hinaus auch noch auf Krisen bei Live-Casino eingegangen.

Krisen als Störfaktoren des Geschäftsbetriebes

Gerade in Casinos, die hoch frequentierte Gebäude darstellen, die mit viel Personal ausgestattet sind, kann es schnell zu Störfällen wie Feuer kommen. In einem solchen Fall ist es von größter Wichtigkeit, dass das Personal besonnen auf einen solchen Vorfall reagiert. Dies kann nur erreicht werden, wenn in vorhergehenden Schulungen die Mitarbeiter auf die Möglichkeit eines solchen Vorfalls vorbereitet werden. Dazu zählt etwa das richtige Verhalten im Brandfall wie die Nichtbenutzung von Aufzügen und die Kenntnis über zentrale Fluchtwege. Außerdem sollten Mitarbeiter einmal in ihrem Leben durch einen verrauchten Container gehen müssen, in dem von geübten Feuerwehrkräften ein Brand in einem Gebäude sehr realitätsnah simuliert werden kann.

Nur durch diese Maßnahmen kann gewährleistet werden, dass im Brandfall auch wirklich alle Angestellten das richtige Verhalten an den Tag legen. Dies ist in einem Casino um so wichtiger, als sich die Gäste durch zwei Faktoren auszeichnen. So sind sie zum einen oftmals alkoholisiert oder stehen auch unter dem Einfluss anderer Drogen. Dies reduziert ihre Fähigkeit, adäquat auf einen solchen Vorfall zu reagieren erheblich. Zum anderen sind Casinobesucher oft sehr risikobereit und daher nicht gewillt, sich der Situation anzupassen und auf das Personal zu hören.

Personalmanagement

Ein essenzieller Bestandteil eines jeden Unternehmens sind dessen Mitarbeiter. Egal ob in Führungspositionen oder in Teilzeit-Jobs. Das gesamte Personal ist entscheidend für den Erfolg bzw. im Gegenzug verantwortlich für den Misserfolg eines Betriebes. Es liegt also ganz im Interesse der verantwortlichen Manager, sich diesem Thema besonders detailliert und intensiv zu widmen.

Im Personalwesen gibt es verschiedene Phasen, die sich wie ein Kreislauf wiederholen. Man nennt diesen Zyklus “HR-Lifecycle”, wobei HR für Human Resources steht und Lifecycle soviel wie Kreislauf bedeutet. Zu Beginn der Personalplanung steht die Evaluierung nach dem Bedarf an Personal. Frei nach dem Motto “Der richtige Mitarbeiter an der richtigen Stelle”. Ist diese Phase abgeschlossen und ein konkretes Konzept entwickelt, folgt das Recruiting und die damit verbundene Ausschreibung des Jobs, sowie die Vorstellungsgespräche der Bewerber und letztendlich die Einstellung des am besten passenden Mitarbeiter.

Nach der Besetzung der benötigten Stellen sollten die neuen Mitarbeiter entsprechend integriert und mit den für sie bestimmten Aufgaben vertraut gemacht werden. In diese Phase der Personalplanung fällt auch die Motivation von Mitarbeitern um aus deren Potenzial den best möglichen Output für das Unternehmen zu erzielen. Ein weiterer Schritt im Lifecycle ist die Schulung und (Weiter-)Entwicklung des Personals. In diesen Planungsabschnitt werden einerseits externe Schulungen und Ausbildungen, als auch interne Fortbildungen mit einbezogen. Der Mitarbeiter soll sein Potenzial und Fachwissen erweitern und durch die Spezialisierung sowohl wertvoller für den Betrieb, als auch enger an diesen gebunden werden.

Die Bindung an das Unternehmen ist auch ein Kernthema des nächsten Lifecycle Abschnitts. Hier sollen einerseits monetäre Vergütungen als auch zum Teil bestimmte Zusatzleistungen wie Firmenauto- und/oder Handy, leistungsbezogene Zuschüsse oder zusätzliche Urlaubstage den Mitarbeiter an das Unternehmen binden.

Der letzte Teil des Zyklus besteht im Sinne einer Weiterentwicklung des Unternehmens darin, bei Bedarf Mitarbeiter auch freizustellen. Je nach persönlichen Entwicklungen der Angestellten oder Veränderungen der Unternehmensstruktur ist dieser Schritt erforderlich. In weiterer Folge sollten sich aber wieder Gedanken um eine Neubesetzung gemacht werden und der Kreislauf beginnt von vorne.

Marketing Ansätze für Handelsunternehmen

Es ist ein nahezu allgegenwärtiges Thema, das Branchenübergreifend sämtliche Unternehmen beschäftigt. Egal ob es große Konzerne, mittelständische Betriebe oder Einzelunternehmen sind – um die Thematik des Marketings kommen sie allesamt nicht herum. Doch was genau heißt es, wenn ein Unternehmen Marketing-Maßnahmen umzusetzten? Was genau bedeutet Marketing in diesem Fall?

Marketing kann sich im Großen und Ganzen am besten mit einer taktischen Maßnahme vergleichen lassen, deren Ziel es ist, den Markt, auf dem das Unternehmen operiert, zu kennen und auch die Veränderungen, die dieser Markt durchläuft, frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Im Mittelpunkt jedweden unternehmerischen Handelns sollte der Kunde stehen, den dieser ist letztendlich der Garant für den Umsatz, von dem das Unternehmen lebt. Marketing bedeutet also nicht zuletzt, dass man den Kunden und seine Bedürfnisse versteht und entsprechend Maßnahmen umsetzt um diesen von dem eigenen Produkt zu überzeugen.

Dieser Prozess lässt eine Menge verschiedener Herangehensweisen zu. Die gängigste Methode ist auf jeden Fall, dass der Markt zuerst sondiert und somit etwaige Nischen ausgemacht werden können. Das eigene Produkt wird hinsichtlich der Nachfrage und der Produkte, die Mitbewerber anbieten, um diese befriedigen zu können, analysiert und etwaige Optimierungspotentiale definiert.

Im Anschluss daran verändert man gegebenenfalls Details am Produkt selbst oder justiert andere verkaufsfördernde Faktoren erneut, um den bestmöglichen Output gewährleisten zu können. So besteht z.B. bei einer nur geringen Abweichung des eigenen Produktes hinsichtlich Leistung und Optik gegenüber des Fabrikates der Konkurrenz die Möglichkeit, an der Preisgestaltung zu arbeiten. Es können billigere Verkaufspreise, Mengenrabatte, günstigeres Zubehör oder auch nur anlassbezogene Sonderangebote das Resultat der Marketing-Bestrebungen sein. So nutzt z.B. der Elektronikgroßhändler Media Markt geschickt den Schulschluss um Schülern notenabhängig günstigere Angebote (vermutlich hauptsächlich im Videospiel und EDV-Segment) anbieten zu können. Damit wird ein zusätzlicher Reiz geschaffen, der eventuell mehr Kinder als gewöhnlich mit ihren (zahlenden) Eltern in die Verkaufsräume lockt.

Die Facetten des Marketing sind also, wie sich zeigt, sehr vielseitig. Wichtig ist nur, dass Marketing betrieben wird. Denn wer nicht wirbt, der stirbt!

Krisenmanagement in Spielbetrieben

Nachdem wir zuvor bereits Krisen in Casinos beschrieben haben, die im Zusammenhang mit Unfällen bzw. Vorfällen wie Bränden und Überfällen stehen, sollen nun Krisen besprochen werden, die sich aus dem Image von Casinos ergeben. Dabei werden wir uns auch ein reales Beispiel ansehen.

Taj Mahal von Donald Trump

Die möglichen Krisen, in die ein Casino aufgrund seines Image geraten kann, lassen sich sehr gut am Beispiel des Taj Mahal des US-Milliardärs und mittlerweile amtierenden Präsidenten der USA, Donald Trump, zeigen.

Was war genau passiert? Gegründet im Jahr 1990 war das Casino zunächst der ganze stolz des Immobilienmagnaten Donald Trump. Die Geschäfte liefen mehr als glänzend und der Spielbetrieb mit angrenzendem Hotel warf hohe Gewinne ab. Sogar Prominente wie Michael Jackson ließen sich regelmäßig im Taj Mahal blicken und verspielten ihr Geld an den Pokertischen. Damals galt das Taj Mahal als das größte und teuerste Casino-Hotel der Welt. Der damals kolportierte Preis: eine Milliarde Dollar.

Doch die Glückssträhne des Casinos und seines Besitzers sollte nicht lange anhalten, ganz im Gegensatz zu der vieler Spieler bei Lucky Nugget, dem Online-Casino. So hatte Trump das zum Bau nötige Geld mit so ramschigen Anleihen finanziert, dass die rund 14 % Zinsen das Casino schnell zu erdrücken drohten. Die dazu eintretende Rezession in den USA zog auch weitere Casino Donald Trumps in den Strudel der Insolvenz. Schnell galt das Taj Mahal als überzogenes Milliarden teures Irrprojekt in das kein Spieler mehr freiwillige gehen wollte. Nach fast zehn Jahren verabschiedete sich Trump daher von seinem Haus und verkaufte es an einen privaten Investor. Dieser konnte das Casino auch nicht rettet und ließ es im Jahr 2016 endgültig schließen.

Was lernt man nun aus dieser Geschichte? Dass es das beste Krisenmanagement bei einem Casino ist, dieses erst gar nicht in eine Krise geraten zu lassen. Denn wann die Krise erst einmal ausgebrochen ist, lässt sie sich kaum mehr beheben.

Kostenkalkulation – ein grober Überblick

Es ist das Ziel eines jeden Unternehmers, egal in welcher Branche, egal in welcher Entwicklungsphase des Betriebes. Am Ende des Tages muss – oder besser sollte – ein Gewinn erzielt werden. Denn nur durch kontinuierliche Gewinne kann ein Unternehmen wachsen und sich stabil entwickeln. Sie stellen insofern die Basis für ein Unternehmen dar, als dass für jede Art der Finanzierung, die zum Wachstum des Betriebes beträgt, ein gewinnbringendes Geschäftsmodell als unabdingbar gilt. Investoren und Banken gewähren Kredite wesentlich leichter und schneller, wenn am Ende des Bilanzzeitraums schwarze Zahlen ausgewiesen werden können. Auch eine sogenannte Innenfinanzierung des Unternehmens bedarf liquider Mittel, die nur durch Gewinne erwirtschaftet werden können.

Doch welche Faktoren sind relevant um langfristig Gewinne abzusichern? Was muss bei der Produktion beachtet werden? Wie entwickeln sich die Fixkosten? Diese und ähnliche Fragen beantworten zu können ist essenziell für Eigentümer und Geschäftsführer eines Betriebes.

Dafür bedarf es der Kostenrechnung, die meist über das sogenannte Controlling der Firma erstellt und analysiert wird. Zu Beginn der Rechnung steht natürlich der Umsatz, den das Unternehmen erzielt hat, die sogenannte Betriebsleistung. Dieser Wert zeigt an, welche Einnahmen in dem Beobachtungszeitraum erwirtschaftet werden konnten. Leider ist jedoch der Umsatz nicht gleichbedeutend mit dem Gewinn. Als allererstes gilt es, davon die Materialkosten, die für die Produktion angefallen sind, abzuziehen. Der nun berechnete Wert wird als Deckungsbeitrag oder auch Rohertrag bezeichnet. Er gilt als grober Richtwert für künftige Berechnungen hinsichtlich der Einkaufspolitik oder der Analyse der Entwicklung von Fixkosten.

In weiterer Folge müssen von dem Rohertrag noch Aufwendungen wie etwa Personalkosten oder variable Kosten wie etwa Lagerkosten oder Aufwände für Verpackung oder Versand abgezogen werden. Diese werden als Sachaufwände verbucht. Das daraus resultierende Ergebnis wird in der Buchhaltung als EBITDA bezeichnet (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). Abschreibungen sind also noch nicht mit kalkuliert, genauso wenig wie Zinsen und Steuern.

Nachdem auch diese berücksichtigt wurden kann von der verbleibenden Summe als Gewinn bzw. wenn das Ergebnis negativ ist, als Verlust gesprochen werden.

Ganzheitliche Unternehmensberatung – moderne Ansätze

Mit den sich immer schneller verändernden wirtschaftlichen Anforderungen und Ansprüchen, die ein Unternehmen an sich selbst, aber auch an seine Lieferanten und Partner hat, bedarf es zunehmender Unterstützung von professionellen Partnern. Diese wird in den meisten Fällen durch eine externe Hilfeleistung gewährleistet, durch einen Unternehmensberater.

Was zeichnet nun einen solchen aus? Wie kann ein außenstehender Berater einem Unternehmen helfen, ohne die genauen Abläufe und Arbeitsprozesse zu kennen, die ja praktisch nur Mitarbeiter des ansuchenden Unternehmens verstehen können? Eine grobe Zusammenfassung des Berufsbildes bietet Wikipedia unter Unternehmensberater, jedoch gibt es mehr als nur ein Paar Eigenschaften, die ein solcher vorzuweisen muss. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über weitere erforderliche Skills eines erfolgreichen Beraters:

1) Ein wirtschaftliches Grundverständnis

Das Um und Auf in dieser Branche ist es, dass der Berater die Basics aus den Bereichen Betriebs- bzw. Volkswirtschaft, sowie Marketing und Buchhaltung beherrscht. Daher empfiehlt sich in den meisten Fällen ein einschlägiges Studium respektive eine entsprechende Ausbildung über die Wirtschaftskammer um auch sattelfest in den wirtschaftlichen Grundthemen zu sein, die eine suffiziente Beratung erforderlich machen.

2) Ein professionelles Zeitmanagement

Den Überblick über seine zeitlichen Ressourcen zu behalten und deren effiziente Nutzung zu forcieren ist eine weitere elementare Eigenschaft, die der Consultant beherrschen muss. Es gilt einerseits oft Fristen einzuhalten, nicht nur in der Beratung, sondern auch in der Bereitstellung oder Aushändigung diverser Unterlagen – andererseits sollten Reise-, Vorbereitungs- und Recherchezeiten ebenfalls kalkuliert werden. Zudem muss Raum für Privates bleiben.

3) Aus- und Weiterbildung

Dieser Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein, wird aber oft vernachlässigt. Nur durch den Austausch mit anderen Beratern, durch den Besuch von Vorträgen oder die eigenständige Weiterbildung mithilfe von Fachlektüre, können die Verbesserung, oder zumindest das aktuelle Niveau der Dienstleistung auch in Zukunft gewährleistet werden.

Diese Punkte sind natürlich nur ein kurzer Auszug aus einer langen Liste von Fähigkeiten, die ein moderner Unternehmensberater mitbringen sollte. Als guter Indikator für die Qualität sollte aber vom Kunden auf jeden Fall eine Referenzliste angefordert werden.

Krisenmanagement in Casinos

Nachdem wir uns auf den beiden vorhergehenden Seiten ausführlich mit den verschiedenen Arten von Krisen beschäftigt haben, die ein Casino bzw. generell Spielstätten betreffen können, sollen die zutage geförderten Erkenntnisse noch einmal ausführlich rekapituliert werden. Dabei wird auch wieder mit verschiedenen Fallbeispielen gearbeitet werden, um die Materie anschaulicher vermitteln zu können. Den Auftakt macht dabei ein Beispiel eines Überfalls auf ein Casino in Basel.

Überfall auf das Baseler Grand Casino

Im Jahr 2010 überfielen zehn schwer bewaffnete Personen das Baseler Grand Casino am frühen Sonntagmorgen. Die mit Maschinengewehren ausgestatteten vermuten Personen gingen mit gnadenloser Brutalität vor und flüchteten anschließend über die französische Grenze. Dabei fielen auch einige Schüsse, durch die jedoch niemand verletzt wurde. Ein so glimpflicher Ausgang, bei dem es nur zum Verlust wirtschaftlicher Güter kam, war dabei sicherlich nur durch ein besonnen agierendes Personal möglich. Hätte sich jemand in einer solchen Situation unprofessionell verhalten oder als Held aufgespielt, wäre es sicherlich auch zu großem Schaden an beteiligten Personen gekommen. So konnte Schlimmeres aber verhindert werden. Wer solche Vorfälle ganz vermeiden will, der spielt lieber Online wie bei der JackpotCity App von zu Hause aus.

Pleite des Caesars Palace in Las Vegas

Eine Krise der anderen Art zeigte sich beim Casino Caesars Palace in Las Vegas. So meldete das berühmte Casino vor kurzem Insolvenz an. Die Ursache war dabei die Involvierung eines Hedgefonds, der hohe Margen vom Betreiber forderte und ihn dadurch in eine wirtschaftliche Schieflage brachte. Dazu kam schlechte Publicity, die das Unternehmen immer weiter in die Krise stürzte. Aufgrund des Drucks von oben war ein gutes Management der Krise dabei schlichtweg unmöglich. Hier zeigt sich also wieder einmal ein Fall, in dem ein Casinon aufgrund von Missmanagement von oben zugrunde geführt wurde, ohne, dass die meisten Beteiligten aktiv gegen diese Krise vorgehen konnten und diese daher hinnehmen mussten.

Unternehmensberater: Der Karriereöffner

Wer wäre nicht gerne einer der dreißig Herren, die die größten Konzerne der Bundesrepublik Deutschland lenken. Die Rede ist natürlich von den Chief Executive Officern, oder zu Deutsch den Vorsitzenden des Vorstands der AGs, die im Deutschen Aktienindex DAX vertreten sind. Sie sind die wirtschaftliche Elite der Bundesrepublik und verfügen über massiven Einfluss in Deutschland. Doch wie schafft man es in einem solch großen Konzern bis ganz an die Spitze? Eine neue Studie verrät nun, welche typischen Karrierewege die Chefs deutscher Großkonzerne gegangen sind. Und weist auf eine ganz besondere Eigenschaft in den Lebensläufen vieler Personen hin.

So zeigte eine Untersuchung der Lebensläufe von 170 aktuellen Chefs der 170 größten Konzerne der deutschen Wirtschaft, dass rund ein Fünftel von ihnen ihre Karriere als Unternehmensberater begann. Dabei starteten die meisten von ihnen nicht bei kleinen, mittelständischen Beraterfirmen. Vielmehr waren sie fast alle bei den großen Consulting Firmen aktiv, die rund um den Globus Firmen beraten und erfolgreich sanieren. Mit Oliver Bäte von der Versicherung Allianz, Theodor Weimer von der Deutschen Börse, Frank Appel von der Deutschen Post und Stephan Sturm von Fresenius kamen vier von dreißig Chefs aus den 30 größten Unternehmen des DAX von der renommierten Gesellschaft McKinsey.

Blickt man auf die Chefs der Unternehmen des auf Technik spezialisierten Tec DAX, so sind es sogar 26 Prozent der Konzernlenker, die ihre Karriere in Unternehmen aus der Beraterbranche starteten. Dies überraschte selbst Experten. Es gibt aber eine einfache Erklärung für diese Entwicklung. So ist die Branche der Berater gerade in Deutschland in den vergangenen Jahren stark angewachsen und hat einen wahren Boom erlebt. Dieser wirkte sich auch auf die hohen Positionen in großen Unternehmen aus. Diese besetzten gerne ihre Chefetagen mit früheren Unternehmensberatern. Sie erhoffen sich davon wahrscheinlich, dass sie die Firma genauso gut beraten wie sie dies zuvor als Externe getan haben.

Die Beraterbranche im Aufwind

Die Beraterbranche kann auf eine ganze Reihe erfolgreicher Jahre zurückblicken: Nachdem bereits das Jahr 2016 mit einem starken Plus beim Umsatz beendet wurde, war auch 2017 ein voller Erfolg. So wurde in diesem Jahr erstmals die magische Grenze von 30 Milliarden Euro Umsatz geknackt. Nimmt man noch die Wirtschaftsprüfer hinzu, so ergibt sich ein Umsatz von sogar 75 Milliarden Euro. Selten ging es Beratern so gut wie heute.

Folgt man den aktuellen Zahlen der Umsatzsteuerstatistik, existieren in den Segmenten Steuerberatung und Wirtschafsprüfung, Rechtsberatung, Unternehmens- und Public Relations Beratung insgesamt etwa 198.000 Praxen und Kanzleien in Deutschland. Dabei ist die Struktur der Branche vor allem durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Sie machen den Großteil der Branche aus. Die wenigen großen Beraterhäuser sind also eine Ausnahme. So verwundert es auch nicht, dass rund neunzig Prozent der Unternehmen einen Umsatz von weniger als 500.000 Euro im Jahr erwirtschaften.

Die Aufgaben von Beratern sind dabei sehr vielseitig. So unterstützen etwa Steuerkanzleien ihre Mandanten darin, rechtliche Vorgaben zu erfüllen. Auch die Tätigkeiten von Unternehmensberatern lassen sich in mehrere Bereiche untergliedern. Zu diesen zählen die Organisations- und Prozessberatung, die Strategieberatung, die IT-Beratung und die Human Resources Beratung.

Die Berater profitieren dabei von einer generell positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Geht es den Firmen gut, geht es auch den meisten Beratern gut. So werden sie längst nicht mehr nur dafür eingesetzt, marode Firmen zu sanieren. Sie sorgen auch dafür, dass profitable Firmen immer profitabler werden. So vertrauen auch Global Player wie Adidas, Allianz und Continental auf die Dienste der Berater. Das machen sie, um erst gar nicht in wirtschaftliche Nöte zu geraten. Die Berater freut es. Auch die Zukunft wird für sie weiter steigende Auftragszahlen und mehr Umsatz bereit halten. Zwar gibt es Herausforderungen wie die Digitalisierung, die Berater sollten sich selbst aber auch beraten können.

Ein Job in der Beraterbranche: Selbstmord auf Raten?

Unternehmensberatungen, vor allem die großen Player wie KPMG, PWC und Deloitte, sind neben fantastischen Verdienstmöglichkeiten, die sie ihren Mitarbeitern bieten, vor allem für eines bekannt: Die Einforderung uneingeschränkten Gehorsams gegenüber der Firma. Will man bei einer der großen Firmen erfolgreich sein, sollte man sein Privatleben erst einmal vergessen. So zumindest die Meinung vieler Außenstehender über Beraterfirmen. Doch was ist dran an dieser Meinung? Wir haben uns das ganze einmal angeschaut.

So berichten viele Ex-Berater von inhumanen Arbeitszeiten. 14 Stunden Tage sind da noch kurz. Die Folge sind oftmals Krankheiten und hoher Stress im Arbeitsalltag. Diese Fakten scheinen aber bei weitem nicht auf alle Berater gleichermaßen zuzutreffen. So zeigte eine neue Studie aus den USA, dass viele Berater ihren Status als Workaholic nur vortäuschen. Dies tun sie, um ihrem Image als knallharter Berater gerecht zu werden. Sie kommen damit den Vorstellungen nach, die Außenstehende über die Branche haben. So entsteht durch ein verzerrtes Bild der Realität eine neue Realität.

Dies hängt dabei auch mit den Mechanismen zusammen, die in viele Beraterfirmen am Werk sind. So machen die, die ihr gesamtes Leben der Firma opfern, oft am meisten Karriere. Die, die weniger arbeiten und sich dabei von ihrem Vorgesetzten erwischen lassen, werden mit Sanktionen abgestraft. Viele Mitarbeiter gehen daher nun einen alternativen Weg. Sie wollen keinen Restriktionen unterliegen und simulieren daher einen geschäftigen Arbeitstag. So suchen sie sich oft Kunden in der Nähe, um kürzere Dienstwege zu haben. Dadurch konnten sie früher bei der Familie sein und arbeiteten weniger als ihre Kollegen. Sie erhielten aber das gleiche Gehalt, weil sie ihrem Chef erfolgreich vormachen konnten, dass sie genau so viel arbeiteten wie ihre schwer schuftenden Kollegen. Einige junge Eltern versprachen sich sogar, sich gegenseitig in diesem Verhalten zu decken. Ob es die Beraterfirmen dabei wollten oder nicht: Sie mussten anerkennen, dass sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen wurden.